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Biobasierte und biologisch abbaubare Baustoffe im Fertighaus

Biobasierte Baustoffe bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und sind oft biologisch abbaubar. Der Ratgeber erklärt Materialien, Klebstoffe, Brandschutz und Feuchtigkeitsbeständigkeit im Fertighaus.

Stand: 28. Juli 2026
Lesezeit: 6 Min.

Biobasierte Baustoffe bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und sind häufig biologisch abbaubar oder gut recycelbar. Im Fertighaus reichen sie von Hanf, Stroh und Flachs über Schafwolle, Kork und Holzfaser bis zu Zellulose aus Recyclingpapier. Ergänzt werden sie durch Lehm und Kalk sowie experimentelle myzelbasierte Baustoffe. Sie ermöglichen ein ressourcenschonendes Bauen mit natürlichen Baustoffen – die konkrete Verfügbarkeit und Ausführung kann je nach Anbieter unterschiedlich sein.

Was sind biobasierte und biologisch abbaubare Baustoffe?

Kurzantwort: Biobasierte Baustoffe im Fertighaus stammen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzen oder Tierfasern. Biologisch abbaubare Baustoffe können am Ende ihres Lebens kompostiert oder naturnah zersetzt werden. Beispiele sind Hanf, Stroh, Flachs, Schafwolle, Kork, Holzfaser und Zellulose.

Als nachwachsende Baustoffe im Fertighaus gelten unter anderem Hanf als Baustoff, Stroh als Baustoff, Flachs im Hausbau, Schafwolle, Kork, Holzfaser, Lehm und Kalk. Recycelte Baumwolle, Seegras, Jute, Recyclingglas und Recyclingpapier zeigen, dass auch Sekundärrohstoffe zu Naturdämmstoffen verarbeitet werden. Manche davon sind kompostierbare Baustoffe im Hausbau.

Orientierung: biobasierte Baustoffe und typische Nutzung

BaustoffUrsprungHäufige Anwendung
Hanf / FlachsPflanzenfasernDämmmatten
StrohGetreideresteWand-/Dämmelemente
SchafwolleTierfaserDämmung, Fugen
ZelluloseRecyclingpapierEinblasdämmung

Welche Klebstoffe sollte man beim ökologischen Bauen vermeiden?

Kurzantwort: Beim ökologischen Bauen sollte man lösungsmittelhaltige Klebstoffe möglichst vermeiden und stattdessen biobasierte Klebstoffe oder lösungsmittelfreie Baustoffe wählen. So bleiben Ausdünstungen gering und die Raumluft wird geschont.

Neben biobasierten Klebstoffen im Hausbau tragen lösungsmittelfreie Baustoffe im Fertighaus zu einer besseren Innenraumluft bei. Eine Materialdatenbank für ökologische Baustoffe kann helfen, geeignete Produkte zu deklarieren. Wie sich Schadstoffe in der Raumluft vermeiden lassen, erklärt der Ratgeber zu Formaldehyd, VOC und Schadstoffen.

Sind biologisch abbaubare Baustoffe sinnvoll und brandsicher?

Kurzantwort: Biologisch abbaubare Baustoffe sind sinnvoll, wenn sie fachgerecht vor Feuchte geschützt und trennbar verbaut werden. Naturbaustoffe wie Lehm und Kalk sind nicht brennbar; faserige Naturdämmstoffe erreichen im geprüften Wandaufbau die geforderte Brandschutzklasse.

Welche Naturbaustoffe brandsicher sind, hängt vom gesamten Aufbau ab – mineralische Baustoffe wie Lehm und Kalk verhalten sich hier günstig. Ob ein Naturdämmstoff die Anforderungen erfüllt, kann je nach System und Anbieter unterschiedlich sein und sollte über geprüfte Aufbauten belegt werden.

  • Brandschutz für Naturdämmstoffe über geprüfte Wandaufbauten nachweisen lassen.
  • Feuchtigkeitsbeständige Naturdämmstoffe für belastete Bereiche wählen und konstruktiv schützen.
  • Sortenrein trennbare Konstruktionen bevorzugen, um Wiederverwendung zu ermöglichen.
  • Lösungsmittelfreie Baustoffe und biobasierte Klebstoffe verbindlich vereinbaren.
  • Herkunft und Deklaration aller biobasierten Baustoffe im Bauvertrag festhalten.

Feuchtigkeitsbeständigkeit

Welche Naturdämmstoffe feuchtigkeitsbeständig sind, hängt von Material und Verarbeitung ab. Faserdämmstoffe müssen dauerhaft trocken bleiben; die konkrete Eignung kann je nach Produkt unterschiedlich sein.

Vertiefend passen die Ratgeber zu ökologischen Dämmstoffen, kreislauffähigem Fertighaus und Rückbau sowie einem nachhaltigen Holzfertighaus. Anbieter finden Sie in unserer Anbieterübersicht.

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Häufige Fragen zu Biobasierte und biologisch abbaubare Baustoffe im Fertighaus

Die häufigsten Preisfragen zu Biobasierte und biologisch abbaubare Baustoffe im Fertighaus – knapp beantwortet durch die Redaktion von ecofertighaus.de (Stand 2026).

Ist Zellulose als Recyclingdämmstoff fürs Fertighaus geeignet?
Ja, Zellulose ist als Recyclingdämmstoff fürs Fertighaus gut geeignet. Sie wird aus sortiertem Altpapier hergestellt, als Einblasdämmung fugenlos in Wand- und Deckenhohlräume eingebracht und erreicht gute Dämmwerte bei geringem Energieaufwand in der Herstellung. Für den Brand- und Schimmelschutz wird sie mit mineralischen Salzen behandelt. Ob ein Hersteller Zellulose anbietet, hängt von dessen Wandaufbau ab – die Eigenschaften sollten im individuellen Angebot geprüft werden.
Kann Pilz als Baustoff und Dämmung genutzt werden?
Ja, Pilz-Materialien auf Myzel-Basis werden als Baustoff und Dämmung erprobt: Das Wurzelgeflecht des Pilzes durchwächst pflanzliche Reststoffe und bildet nach dem Trocknen leichte, formbare Platten, die dämmen und vollständig kompostierbar sind. Im Fertighausbau sind Myzel-Produkte bislang Pilotprojekten und Nischenanwendungen vorbehalten – als serienreifer Standard haben sich eher Holzfaser, Zellulose und andere etablierte Naturdämmstoffe durchgesetzt.
Welche Klebstoffe sollte man beim ökologischen Bauen vermeiden?
Beim ökologischen Bauen sollte man lösungsmittelhaltige Klebstoffe möglichst vermeiden, da sie flüchtige Verbindungen in die Raumluft abgeben können. Besser geeignet sind biobasierte Klebstoffe und lösungsmittelfreie, emissionsarme Produkte mit transparenter Deklaration. So bleibt die Innenraumluft geschont und Ausdünstungen bleiben gering. Verankern Sie lösungsmittelfreie Baustoffe möglichst verbindlich im Bauvertrag und lassen Sie sich die eingesetzten Produkte vorab benennen.
Sind biologisch abbaubare Baustoffe für Häuser sinnvoll?
Ja, biologisch abbaubare Baustoffe sind sinnvoll, wenn sie fachgerecht vor Feuchte geschützt und trennbar verbaut werden. Sie schonen Ressourcen und lassen sich am Ende ihres Lebens naturnah zersetzen oder gut verwerten, statt als Sondermüll zu enden. Wichtig sind konstruktiver Feuchteschutz und sortenrein trennbare Aufbauten, damit die Materialien lange halten. Ob ein Baustoff im Einzelfall geeignet ist, hängt von der Einbausituation und den Anforderungen ab.
Welche Naturbaustoffe sind brandsicher?
Mineralische Naturbaustoffe wie Lehm und Kalk sind nicht brennbar und verhalten sich im Brandfall günstig. Faserige Naturdämmstoffe wie Holzfaser, Hanf oder Zellulose erreichen im geprüften Wandaufbau die geforderte Brandschutzklasse, teils mit mineralischen Zusätzen. Ob ein System die Anforderungen erfüllt, hängt vom gesamten Aufbau ab und sollte über geprüfte Aufbauten belegt werden. Verlassen Sie sich nicht auf das Einzelmaterial, sondern auf die Nachweise des Systems.
Welche Naturdämmstoffe sind feuchtigkeitsbeständig?
Wie feuchtigkeitsbeständig ein Naturdämmstoff ist, hängt von Material und Verarbeitung ab. Faserdämmstoffe müssen dauerhaft trocken bleiben und konstruktiv vor Nässe geschützt werden; feuchtevariable Aufbauten und diffusionsoffene Schichten helfen dabei. Manche Naturbaustoffe können Feuchte kurzzeitig aufnehmen und wieder abgeben, ohne Schaden zu nehmen. Die konkrete Eignung kann je nach Produkt unterschiedlich sein und sollte anhand der Herstellerangaben mit dem Anbieter geklärt werden.
Ist Massivholz wohngesünder als Holzwerkstoff?
Unbehandeltes Massivholz kommt ohne Klebstoffe aus und gilt daher oft als wohngesund und emissionsarm. Holzwerkstoffe wie Spanplatten oder OSB können je nach Bindemittel flüchtige Verbindungen abgeben; emissionsarm deklarierte Produkte reduzieren das jedoch deutlich. Ob Massivholz im Einzelfall wohngesünder ist, hängt von den konkreten Produkten, den Bindemitteln und ihrer Deklaration ab. Eine transparente Materialliste im Bauvertrag hilft, die Innenraumluft besser einzuschätzen.
Was ist der Unterschied zwischen Holzrahmenbau und Massivholzbau?
Im Holzrahmenbau tragen schlanke Holzständer die Lasten, die Gefache dazwischen werden gedämmt – das spart Material und ermöglicht dünne, gut gedämmte Wände. Im Massivholzbau bestehen die Wände aus massiven Holzelementen wie Brettsperrholz, die speicherfähig, robust und optisch sichtbar sein können. Beide Bauweisen lassen sich nachhaltig ausführen; die Wahl hängt von Anforderungen, Wohngefühl und Budget ab. Der Holzrahmenbau ist im Fertigbau am weitesten verbreitet.
Ist Brettsperrholz für ein Wohnhaus nachhaltig?
Brettsperrholz (CLT) kann für ein Wohnhaus nachhaltig sein, wenn das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und emissionsarme Klebstoffe verwendet werden. Es speichert Kohlenstoff, ist langlebig und robust, benötigt aber mehr Holz als der schlanke Holzrahmenbau. Für die Bewertung zählen die Holzherkunft, die eingesetzten Bindemittel und die spätere Trennbarkeit beim Rückbau. Ein Zertifikat wie FSC oder PEFC macht die nachhaltige Herkunft glaubhaft.
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